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Schlangen und mehr...

Rote Mangrovenkrabben sind langweilig?

 

 

Wer bis anhin das Gefühl hatte dass Rote Mangrovenkrabben langweilig sind, weil sie sich ja „immer verstecken“ etc. sollte mal folgenden Bericht lesen welcher mir direkt und life aus dem „Stadion“ (Aquaterrarium) von Annette Berkelmann berichtet wurde:

 

 

Sonntag morgen...

 

 

das Licht geht im Aquaterri an, keine Krabben zusehen.
Habe allmählich sowieso das Gefühl, dass die gar nicht wirklich nachtaktiv sind. Morgens und nachmittags, dazwischen Siesta. 15 Minuten nachdem die "Sonne aufgegangen" ist, kriecht man noch etwas schlaftrunken aus den bevorzugten Verstecken.
Jeder widmet sich kurz der Körperpflege. Ausser Kela, die schläft heute etwas länger.
Da seh ich schon: aha, die beiden andren machen da weiter, wo sie gestern aufgehört haben:
Kes und Crykee kraxeln aufeinander zu: Der heutige Fight ist eröffnet!!

 

Die nächste Etappe im Grossen Ritterturnier!!
Der morgendliche Schlagabtausch beginnt naturgemäss slowly mit gegenseitigem Taxieren, vor und zurückgehen und etwas Scherendrohen. Das Publikum murrt.
Dann ist es soweit: die grosse Kes zieht das bekannte Klümpchen hervor und - klebt es geschickt auf den Gegner. Das gibt Punktabzug für den Knirps wegen Langsamkeit. Aber jetzt holt er auf, das kann der Champ nicht auf sich sitzen lassen und holt seinerseits etwas hervor.
Betont lässig will er die Pille platzieren, doch die alte Dame sorgt immer wieder für Überraschungen. Sie hebt einfach ihre Schere und der langsame elegante Schwung des Gegners wurde so zunichte gemacht.


Die Zuschauer toben in Erwartung des Temperaments des Kleinen. Und sie werden nicht enttäuscht, er weiss natürlich, was seine Fans wollen: Eleganz ist zur Zeit nicht gefragt: Blitzschnell zaubert er ein neues Klümpchen, richtet sich auf, holt weit aus und rammt die Schere samt Klümpchen seiner Gegnerin ins Gesicht. Die Menge rast, doch die Lady geht schlicht einen Schritt seitwärts und die Show des Kleinen endet unrühmlich mit einem gekonnt gestolperten Salto im Wasser.
Die Siegerin wischt sich cool die Augen und geniesst den Applaus.
Sie zieht sich in ihr Anwesen zurück um sich der Eierpflege zu widmen ,die Frisur zu ordnen und zu frühstücken.

 

Gestärkt erscheint sie dann im Vorgarten.
Das darf doch wohl nicht wahr sein, die schon wieder!! Aber das bringt der Ruhm so mit sich, die Öffentlichkeit ist sehr interessiert und ihre Büttel bauen in froher Erwartung die Kameras auf.
Also noch mal lieber das Gesicht abwischen, damit alles gut rüberkommt.
Die Pause ist beendet und der Verlierer taucht wieder aus den Tiefen des Wassers auf um eine, wie er findet, wohlverdiente Revanche einzufordern.
Doch er ist sehr kamerascheu und so steht er recht unschlüssig am Ende des Feldes.


Die grosse Kes beschliesst die Sache nun selbst in die Scheren zu nehmen und zwar unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Sie rast auf den Knirps zu, wirft ihn kurzerhand über Bord und stolziert in bekannter Lässigkeit wieder in ihren Vorgarten zurück. Damit ist die heutige Morgenrunde beendet. Sie hinterlässt eine überraschende Siegerin, während der Verlierer in seinen Privatgemächern vermutlich eine neue Strategie ausbrütet....

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Also hoch die Tassen! ...oder die Scheren ...oder einfach beides ;o)