www.sandrafrank.ch
Schlangen und mehr...

Zuchbericht:

 

 

Hier ein kleiner Bericht wie meine erste Nachzucht der Kenianischen Sandboa abgelaufen ist. Ich habe selber lange im Netz nach brauchbaren Info’s gesucht und kaum etwas gefunden. Zeitweise fühlte ich mich wirklich etwas verloren. Vermutlich benötigt man als erfahrener Züchter keine detaillierten Zuchtberichte mehr und so werden wohl kaum welche erstellt. Als Anfänger jedoch, ist man über jedes Fitzelchen Information dankbar.

Ich hab mir also einfach mal die markantesten Punkte der Trächtigkeit und der Aufzucht der Kleinen notiert. Vielleicht hilft das ja Jemandem.

 

 

Ausgangssituation:

Die Tiere wurden vor der Trächtigkeit paarweise zusammen gehalten und ca. im Januar wurden dann auch beide Zuchtpaare (alle 4 Tiere) zusammen gesetzt.
Zukünftig werde ich die Schlangen nach Geschlechtern trennen und nur noch zur Paarungszeit zusammen in einem Terrarium einquartieren. Entweder alle 4 zusammen, oder die Paare einzeln. Je nach dem was für Zuchtziele ich verfolge oder auch wie sexuell aktiv die Männchen überhaupt sind ohne Konkurrenz.

 

Anfangs März:

Ich konnte die erste Paarung beobachten! Gut möglich dass auch schon vorher welche statt gefunden haben, die ich verpasst habe.

 

Sandboa   Sandboa
Der Bock kontrolliert immer wieder, dass das Weibchen die Position des Schwanzes nicht verändert.   Falls nötig, schiebt er den Schwanz des Weibchens mit seiner Schnauze wieder dort hin wo er ihn haben will.

 

Anfangs April:

Die Männchen wurden separiert. Nach einem Monat anhaltenden Paarungen, haben die Weibchen die Nase voll und ergreifen die Flucht. Sie sind nervös und lassen sich leicht von den Männchen stressen.
Die Böcke "vergnügen" sich nun mit Komentkämpfen und wurden nach einiger Zeit auch noch einzeln gesetzt.

 

Ende Mai:

Nun wurden die letzten lebenden Mäuse verfüttert. Danach war die Schlange nicht mehr fähig die Mäuse zu fangen und zu erwürgen. Sie stellte sich extrem ungeschickt an, erwischte die Mäuse ewig lang nicht oder liess sie wieder entwischen, nachdem sie sie gepackt hatte. Ich habe danach nur noch Frostfutter angeboten. Vorläufig auch noch in einer Faunabox.

Die trächtige Dame war recht unruhig und bewegte sich viel. Vermutlich suchte sie mehr Wärme. Nachdem ich die Temperatur noch etwas erhöht hatte, sonnte sich die Schlange sehr oft direkt unter dem Spot, bei locker 35°C und mehr!


Anfangs Juni:

Die Schlange lag immer morgens unter dem Spot (5 Min. nachdem er anging), nachmittags in der Legebox (gefüllt mit feuchtem Cocoshumus - eigentlich die normale Feuchtebox) und abends, sobald die Lichter löschten, war sie vergraben für den Rest der Nacht.

 

Mitte Juni:

Das trächtige Weibchen wirkte wieder sehr unruhig und war viel unterwegs. Das zweite Weibchen, welches nicht aufgenommen hatte (das wusste ich da noch nicht), wurde separiert.

 

Ende Juni:

Die Schlange war nun tagsüber kaum mehr vergraben. Sie verweigerte nun auch alle Nahrung ausserhalb des Terrariums. Vermutlich war es einfach zu anstrengend für das trächtige Tier aus dem Terrarium heraus genommen zu werden. Sie nahm aber sporadisch mal einen toten Mäusespringer im Terrarium an.

 

Anfangs Juli:

Der letzte tote Mäusespringer wurde angenommen. Danach hat sie bis zur Geburt nichts mehr gefressen.

 

Anfangs August:

Die Schlange war hier seit einigen Tagen schon sehr ruhig und war kaum noch zu sehen, nur noch morgens zum Sonnen.

 

19. August:

Die Schlange bleibt den ganzen Tag versteckt in der Legebox. Am späteren Nachmittag kriecht das erste Jungtier aus der Legebox.

 

20. August:

Ich konnte 16 stramme Babys ins Aufzuchtterrarium überführen, wo sie die ersten Tage erst mal nur auf Haushaltspapier lebten bis die Nabelschnüre trocken waren und abfielen.

 

Sandboa   Sandboa
Die trächtige Sandboa in der Lege-box. Die letzten Wochen vor der Geburt bewegte sich die Schlange nur noch sehr wenig.   Die Jungschlangen nach dem Herausfischen aus der Legebox. Keines der Babys hatte die Legebox verlassen während der Nacht. Auch das Muttertier blieb in der Legebox bis am nächsten Tag.

 

 

Die kleinen Schlangen hatten sich nach 10-12 Tagen zum ersten mal gehäutet. Danach startete der erste Fütterungsversuch mit Frostpinkys. 10 von 16 Schlangen frassen bei dieser ersten Fütterung. Danach wurde von allen ausser einer Schlange jegliches Frostfutter verweigert. Fütterungserfolge konnte ich nur mit lebenden Pinkys verzeichnen. Auch anritzen, an Pouletfleisch reiben etc. brachten keine Ergebnisse.
Bei den folgenden Fütterungen konnte ich immer wieder mal die eine oder andere Schlange zu Frostfutter "überreden", welche danach auch weiterhin Frostfutter akzeptierten. Dazu musste ich aber die toten Pinkys vor der Schnauze der Schlangen bewegen bis sie hinein gebissen hatten, und das ev. sogar noch einige male wiederholen bis sie die Maus auch geschluckt hatten.
Nach 6 Monaten waren alle bis auf 3 Schlangen an Frostfutter gewöhnt. Eine Schlange nahm nie Futter an und wurde Ende Jahr eingeschläfert.
  Sandboa