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Schlangen und mehr...

Rückwand- und Aufbau des zweiten Aqua-Terrariums

 

 

Da ich in der Schweiz wohne, sind meine Bezugsquellen natürlich auch aus der Schweiz. Die meisten Materialien dürfte es aber so ziemlich überall geben in Baumärkten und im Zoohandel. Entweder genau die selben oder vergleichbare Produkte. Am besten lässt man sich vom Fachmann beraten.

 

Material für die Rückwand:

 

  • 4cm dicke Styroporplatte (100x50cm) für die Rückwand (z.B. COOP + Migros
  • verschieden dicke Styroporplatten (1-3cm) für die Aufbauten (z.B. COOP + Migros)
  • Aquariensilikon: Lugato Trinkwasser- und Küchensilikon (COOP)
    Nach Lugato soll dieser Silikon auch in schwarz erhältlich sein. Ich habe ihn bis jetzt allerdings nur in transparent gefunden.
  • Montagepistole für den Silikon (z.B. COOP + Migros)
  • Fugenmörtel: Lugato Fugenbreit (COOP)
    Fugenbreit soll Witterungs- und Wasserfest sein, deshalb hab ich diesen Mörtel genommen. Es gibt von Lugato aber auch andere Mörtel die z.B. schon eingefärbt sind.
  • Lugato Flex-Fuge zum anrühren des Mörtels anstelle von Wasser (COOP)
    Flex-Fuge wird verwendet um Mörtel etwas flexibler zu machen für nicht feste Untergründe, wie eben unser Styropor. Zusätzlich macht es den Mörtel Wasserfest. Es kann aber auch darauf verzichtet werden.
  • Acrylfarben zum anmalen der Rückwand
    Bei Coop gibt es eine Acrylfarbe die zum Bemalen von Kinderspielzeug geeignet ist. Wenn man die Wand nicht versiegelt mit Epoxidharz, würde ich solche Farbe verwenden.
  • Epoxidharz L "R&G Epoxi-L Arbeitspack-L" (Suter AG in Jegensdorf)
    Epoxidharz versiegelt die Rückwand, macht sie absolut Wasserfest und hart. Es verhindert dass Welse oder Krabben und Krebse die Wand abraffeln und auseinander nehmen.
  • Cutter zum Zuschneiden des Styropors
  • Küchenwaage (bis 1Kg)
  • kleiner Messbecher
  • billiger Malerpinsel
  • Plastikschüssel
  • alter Kochlöffel zum Rühren

 

Leider habe ich es im Bastelwahn verschwitzt häufiger Fotos zu machen von den einzelnen Stadien des Rohbaus. Aber schlussendlich ist ja sowieso die Kreativität jedes Einzelnen gefragt. Es soll ja nicht Jeder die selbe Rückwand bauen, sondern Jeder nach seinem Geschmack und Bedürfnissen sein eigenes Kunstwerk erschaffen.

Meine Rückwand wird aus 3 Teilen bestehen: dem linken Teil mit Landteil und Pflanzschale, einem Mittelteil aus Kork mit integriertem Wasserfall und einem rechten Teil mit einem etwas kleineren Landteil.

 

Rückwand

Die 4cm starke Styroporplatte habe ich als Grundgerüst für die Rückwand verwendet, darauf habe ich mit etlichen kleinen Styroporteilen die Landteile und Pflanzenschale aufgebaut. Geklebt wurde alles mit reichlich Aquariensilikon. Für die ganze Rückwand habe ich 3 x 310ml Tuben Silikon verbraten...
Erst war das Ganze noch voller Stufen. Die endgültige Form habe ich mit einem Messer heraus "gezupfelt". Es schaut natürlicher aus als wenn man es glatt abschneidet und es lassen sich kleinere Fehler oder Spalten gut kaschieren. Einfach die Spalten mit Silikon auffüllen und mit den abgezupfelten Styroporkügelchen bekleben .

Bei so einer 3-Dimensionalen Konstruktion ist es extrem wichtig dass die Rückwand im laufe der Arbeitsgänge die rechten Winkel nicht verliert und sich nicht verzieht. Ansonsten kann sie am Schluss nicht mehr richtig eingeklebt werden.

 

Kleine Zwischenräume zwischen Glas und Rückwand können noch mit Silikon aufgefüllt werden, Grössere jedoch nicht mehr. Deshalb muss auf der Seite und unten wirklich präzise gearbeitet werden.

Die Oberfläche des Styropors habe ich sonst nicht noch weiter bearbeitet. Man könnte aber auch noch mit einem Heissluftfön drüber, so verschwindet etwas die Kügelchen-Struktur aus dem Styropor. Was ich für mich allerdings nicht nötig fand.
Ich habe direkt auf diese gezupfelte Struktur eine Mischung aus Lugato Fugenbreit und Lugato Flex-Fuge (500g Fugenbreit + 150ml Flex-Fuge) mit einem gewöhnlichen Malerpinsel aufgetragen. Und zwar eigentlich überall ausser hinten und unten, da dies die Seiten sind von der Rückwand die wirklich nie gesehen werden. Den Anstrich habe ich einen Tag trocknen lassen und dann einen Zweiten, etwas dickeren gemacht. Nochmals einen Tag trocknen lassen.
Danach habe ich die Wand mit leicht verschiedenen grau-braun-Tönen angemalt, auch auf der Seite die danach an die Aquarienscheibe angeklebt wird. Nochmals einen Tag trocknen lassen...

Zum Versiegeln der Wand wurde nun das Epoxidharz aufgetragen. Beim Mischen der Komponenten ist es wichtig wirklich gut zu rühren, damit das Harz nachher auch überall gut aushärtet.
Ich habe möglichst zügig (Verarbeitungsdauer 40 min.) die vordere Seite eingepinselt und dann grosszügig Sand darüber geschüttet. Gibt dem Ganzen noch eine etwas natürlichere Note und hält sehr gut im Harz. Den Anstrich über Nacht bei Raumtemperatur aushärten lassen.
Anschliessend habe ich die restlichen Seiten eingepinselt. D.h. überall, auch diese Seiten die nachher eingeklebt und somit nicht sichtbar sind. So ist die gesamte Wand schön versiegelt und sehr stabil für eine Styroporkonstruktion.

 

Rückwand  

Rückwand

 

Rückwand   Rückwand

 

 

Aufbau des Aqua-Terrariums

 

Bevor die Rückwand eingeklebt werden kann, muss der Hamburger Matten Filter (HMF) eingebaut werden. Dafür habe ich mir eine 3cm starke, grob-porige Matte besorgt und einen 3cm breiten Kabelkanal. Die Matte habe ich auf 21x22cm zugeschnitten und den Kabelkanal auf 2 x 22cm lange Stücke. Die Kabelkanäle schön dicht mit Aquariensilikon einkleben.

 

Sobald die Kabelkanäle drinnen sind, kann auch die Rückwand eingeklebt werden. Dafür am Silikon nicht sparen, denn es soll kein Wasser hinter der Wand eindringen können. Spalten zwischen Glas und Rückwand mit viel Silikon auffüllen

 

Als Sandschutz für den Mattenfilter habe ich einfach ein Stück Matte zugeschnitten und in den Filter hinein gelegt:

 

HMF

 

HMF   HMF

 

 

So schaut die fertig eingeklebte Wand aus:

 

 

Der Mittelteil besteht aus einer Korkwand wie sie für Terrarien erhältlich ist. Ich habe sie lediglich auf die benötigte Grösse zugeschnitten und noch mit Abfallkorkstücken beklebt, für das 3-D Feeling. Sie ist nicht eingeklebt, sondern nur etwas festgeklemmt. So, dass Wasser dahinter gelangen und die Korkwand aber auch ausgetauscht werden kann.
Dahinter befindet sich eine kleine Pumpe, die kontinuierlich Wasser über die Korkwand leitet, so entsteht ein kleiner Wasserfall.

 

 

Das Ganze nun noch einige Tage auslüften und dann wässern. Danach steht der Befüllung nichts mehr im Wege. Als Bodengrund habe ich feinen Sand aus einem Bach in meiner Region genommen. Dieser wurde sehr gut mit heissem Wasser gewaschen, einmal durchgesiebt um alle Steine und groben Teile zu entfernen. Anschliessend einmal im Backofen bei 250°C getrocknet, um wirklich alle Organismen abzutöten die ich nicht im Aquarium haben möchte.
Die Landteile wurden mit feiner Aussaaterde (ohne Düngerzusatz!!), der ich etwas Sand zugemischt habe, befüllt und mit kleinen Farnen, Kletterfeige (Ficus pumila) und mit unbekannten "Bäumchen" bepflanzt. Direkt aus dem Wasser wachsen eine Efeutute und eine Rote Mangrovenpflanze (Rhizophora mangle).




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